Frederic Luhman

Leben | Bis 1980

Luhman wuchs in einem vom II Weltkrieg zerstörten Deutschland auf. Eine Jugend umgeben von Frauen, die alle Herausforderungen des Lebens meisterten. Diese starken Frauen prägten seine gesellschaftliche Wahrnehmung.

„Die Geschichten der traumatisierten Männer, die aus dem Krieg zurückkamen haben mein Männerbild geprägt“.

Von seinen kunst- und kulturengagierten Eltern wird Frederic schon als Kind an die Malerei herangeführt. Der Familie nahstehende Künstler unterweisen ihn bereits sehr früh in zahlreichen Techniken.

Trotz seiner offenkundigen Begabung erlernt er auf Wunsch seines Vaters einen technischen Beruf und arbeitet nach seinem Studium in Deutschland als Industriedesigner. Sein Interesse gilt aber nach wie vor der Kunst. Malerei, Schauspiel, Philosophie faszinieren ihn. Goethe, Voltaire, Dostojewski, Kant, Nietzsche waren die Begleiter seiner Jugend. Jetzt lernt er in Zürich Psychologen und Soziologen kennen. Es entstehen viele Erklärungen für vorher Erahntes. Seine Weltsicht gewinnt an Tiefe. Mit 32 Jahren lässt er sich in Zürich nieder und widmet sich seitdem der Malerei.

Leben | 1980 - 2000

Ende der 1970er Jahre trifft er in Irland auf eine Gesellschaft, die ihn durch ihre emotionale Offenheit fasziniert und andererseits durch einen stark verankerten Katholizismus in konservativen Mustern gefangen ist. Hier entsteht ein Freundeskreis, der für ihn zur zweiten Heimat wird. In seinen Arbeiten befasst er sich zunehmend mit sozialen und ökologischen Missständen. Das Ausstellen von unbekleideten weiblichen Körpern ist in dieser Zeit für irische Galerien unannehmbar. Die Verwerfungen der Römisch Katholischen Kirche treten in den Vordergrund.

Leben | Ab 2000

Ab den 1990er Jahren bindet ihn die Erkrankung seiner Partnerin an die Schweiz. Hier entstehen viele Auftragsarbeiten, wie Portraits und Körperportraits. Sein Stil wird härter und gleichzeitig subtiler. In seinen Arbeiten ringt er mit dem Blick in die Seele. Seine intensive Hingabe an das Weibliche ist ihm bewusst und lässt ihn immer wieder an der Objektivität seiner Wahrnehmung zweifeln.

Nach dem Tod seiner Partnerin werden seine Arbeiten dunkler und schwerer. Inzwischen ist aber wieder Lebensfreude und eine tiefgründige Leichtigkeit zu spüren.

In meinen Arbeiten ringe ich mit dem Blick in die Seele.

Frederic Luhman